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Illustration zum Artikel: Was ist eine Normseite?

Foto: Mitchell Luo, Unsplash

Grundlagen

Was ist eine Normseite – und wenn ja, wie viele?

Wer sich zum ersten Mal mit Lektoratspreisen beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf den Begriff „Normseite“. Er taucht in Angeboten, Preisrechnungen und Branchengesprächen ständig auf. Was sich dahinter verbirgt? Hier die Antwort.

Die Definition

Eine Normseite umfasst 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen. Der Wert orientiert sich an der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), die diesen Maßstab für die Branche etabliert hat. Damit ist die Normseite ein einheitlicher Vergleichswert, unabhängig davon, wie ein Manuskript tatsächlich formatiert ist.

Hinweis: Vereinzelt findet man eine alternative Definition mit 1.800 Zeichen pro Normseite. Ich rechne konsequent mit dem aktuellen VG-Wort-Standard von 1.500 Zeichen – das ist der Wert, der allen Preisangaben auf dieser Seite zugrunde liegt.

Wie du die Anzahl deiner Normseiten ermittelst

Das Wichtigste vorab: Du musst deinen Text nicht extra umformatieren. Als Bezugsgröße ist die Normseite eine reine Rechengröße.

Die Basiseinheit ist die Gesamtzeichenzahl inklusive der Leerzeichen deines Manuskripts. Diese gibt dir dein Schreibprogramm an. Beispielsweise in Word findest du die Angabe hier: Registerkarte „Überprüfen“ → Gruppe „Rechtschreibung“ → Funktion „Wörter zählen“. Wähle dort die Angabe „Zeichen (mit Leerzeichen)“.

Dort steht dann zum Beispiel: „Zeichen (mit Leerzeichen): 243.750“

Nun berechnen wir die Normseiten. Die Formel ist denkbar einfach:

Gesamtzeichenzahl deines Manuskripts ÷ 1.500 = Anzahl der Normseiten

In unserem Beispiel: „243.750 ÷ 1.500 = 162,5“

Der Text umfasst rechnerisch also 162,5 Normseiten, aufgerundet auf volle Seiten: 163 Normseiten.

Warum das nicht dasselbe ist wie eine „Seite“ im Dokument

Die Normseite rechnet Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenrändern heraus: Sie misst die tatsächliche Textmenge, nicht die Optik. Das macht sie zu einem fairen Standard und einer guten Berechnungsgrundlage.

Dazu zwei Beispiele:

  • Eine Autorin übergibt das Manuskript für einen Kriminalroman mit der Aussage: „Es sind 180 Seiten“. Beim Öffnen zeigt sich, dass der Text auf 11-Punkt-Schrift und einfachen Zeilenabstand gestellt ist und die Berechnung ergibt, dass der Text tatsächlich 311 Normseiten hat.
  • Ein Kinderbuch wurde mit 24 Dokumentseiten mit zahlreichen Illustrationen, großer Schrift und viel Weißraum übergeben. Der Text beträgt 8 Normseiten.

Warum die Normseite für dich relevant ist

Nicht nur in der Buchbranche ist die Normseite die gängige Bezugsgröße. Auch für dich als Autor*in dient sie für

  • Preiskalkulationen, ob im Lektorat, Korrektorat oder Buchsatz
  • Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Angeboten
  • eine realistische Einschätzung des Umfangs deines Buchs, und damit auch
  • eine realistische Einschätzung des Arbeitsaufwands für verschiedene Arbeitsschritte

Wenn du das nächste Mal eine Preisangabe „pro Normseite“ siehst, weißt du jetzt genau, worauf sie sich bezieht – und kannst mit ein paar Klicks selbst nachrechnen.

Mehr zur Preisfindung

Wie sich die Normseitenzahl konkret auf den Gesamtpreis eines Lektorats auswirkt, erfährst du im Artikel „Was kostet ein Lektorat?“, inklusive der weiteren Faktoren, die neben dem reinen Umfang eine Rolle spielen.

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