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Illustration zum Artikel: Wie überarbeite ich sinnvoll mein eigenes Manuskript?

Foto: Lubomirkin, Unsplash

Praxis-Tipps

Wie überarbeite ich sinnvoll mein eigenes Manuskript?

Wie viel Überarbeitung ist genug?

„Wenn das Manuskript fertig ist, wird es überarbeitet. Wenn die Überarbeitung fertig ist, wird das Ergebnis überarbeitet. Dann überarbeitet man all das. Frühestens danach gibt man das Manuskript ins Lektorat. Es spricht aber nichts dagegen, es vorher nochmal zu überarbeiten.“ — Boris Maggioni

Dieser Gedanke von Boris Maggioni beschreibt mit einem Augenzwinkern, wie viel Arbeit und Herzblut in der Entstehung einer Manuskriptfassung steckt. Immer wieder findet man etwas, das auch noch überarbeitet werden will, und verliert sich in Details.

Damit sich diese Phase nicht wie der Kampf gegen Windmühlen anfühlt, hier eine Checkliste für Punkte, die systematisch geprüft werden können.

Wo fängst du am besten an?

Gliederung und Aufbau überprüfen
Kapitelstruktur und -längen hinterfragen
Konsistenz prüfen (Namen und Eigenschaften, Fachbegriffe)
Zeitformen und Erzählperspektive kontrollieren
Rechtschreibung und Grammatik prüfen
offene Recherchefragen klären
eigene Fragen sammeln

Genrespezifische Prüfpunkte

Da Roman, Sachbuch und Kinderbuch nach unterschiedlicher innerer Logik funktionieren, lohnt sich zusätzlich ein genrespezifischer Blick.

Roman

  • Schlüssigkeit von Figuren, Orten und Zeiten. Stimmt die Chronologie durchgehend, bleiben Details (z. B. Augenfarbe) über das ganze Buch konsistent?
  • Eigener Tonfall pro Figur. Spricht jede Figur erkennbar anders, oder klingen alle gleich? Wirken sie psychologisch und soziologisch plausibel?
  • Die erste Seite. Sie entscheidet, ob weitergelesen wird. Überzeugt der Einstieg, oder wird zu früh zu viel erklärt?
  • Show, don't tell. Wird Gefühl gezeigt (Handlung, Körpersprache, Dialog) oder nur benannt?
  • Dialoge und ihre Funktion. Jeder Dialog sollte mehr leisten als Informationsweitergabe – Charakter zeigen, Konflikt erzeugen, Handlung vorantreiben.

Sachbuch

  • Storytelling ist auch hier wichtig. Beispiele, Anekdoten oder ein roter Faden machen Inhalte greifbar, statt sie nur aufzulisten.
  • Leseransprache. Ist klar, wer angesprochen wird, und bleibt der Ton dabei konsistent?
  • Aufbau, Gliederung, Nummerierung. Folgen die Kapitel einer nachvollziehbaren Logik, auch bei Anhängen und Zusatzmaterial?
  • Quellen und Literaturverzeichnis. Sind alle Quellen erfasst und einheitlich zitiert?
  • Zusatzmaterial einplanen. Links, Stichwortverzeichnis & Co. Füge sie ein oder markiere im Manuskript, wo sie später stehen sollen.

Kinderbuch

Grundsätzlich gelten für Kinderbücher dieselben Kategorien wie im Roman – Figuren, erste Seite, Show, don't tell, Dialoge. Hinzu kommen aber eigene Regeln, die sich an Alter und Produktziel ausrichten: Wortschatz, Satzlänge und Thementiefe müssen zur Zielgruppe passen, und das Format (Bilderbuch, Erstlesebuch, Vorlesebuch) bestimmt eigene Gesetzmäßigkeiten für Tempo und Sprache.

Und wenn Fragen offen bleiben?

Kommen bei deiner Textarbeit Fragen auf wie „Ist dieser Dialog zu lang?“, „Kann man dieser Argumentation folgen?“ oder „Sollte ich eine andere Perspektive verwenden?“, sind das wichtige Punkte. Nenne sie unbedingt, wenn du dein Manuskript ins Lektorat gibst. Mehr dazu im Artikel „Wie bereite ich mein Manuskript für das Lektorat vor?“.

Eine weitere Option wäre eine Autor*innen-Sprechstunde, in der Zeit und Raum für Fragen ist.

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